Den Klischees auf der Spur - Französische Austauschschüler an der IGS Gerhard Ertl

"Welch triste Epoche, in der es leichter ist, ein Atom zu zertrümmern als ein Vorurteil!" Diesen Satz soll Albert Einstein einmal gesagt haben. Und tatsächlich: Klischees haben ein langes Leben, sie werden gepflegt, ausgeschmückt und ab und zu wachsen sie sich zu echten Vorurteilen aus. Im Rahmen des deutsch-französischen Schüleraustauschs der IGS Gerhard Ertl kamen im April 20 französische Schülerinnen und Schüler aus Cosne-Cours-sur-Loire nach Sprendlingen und begaben sich gemeinsam mit ihren deutschen Austauschschülern auf die Spur solcher Klischees.

Deutsche trinken Bier, Franzosen Rotwein, Deutsche sind diszipliniert, arbeitsam und humorlos, Franzosen sind elegant, genießen das Leben und streiken viel. Trotz vieler Gegenbeweise halten sich solche Stereotypen hartnäckig. Unsere Weltsicht wird durch sie einfacher und überschaubarer, die Menschen ersparen sich die Auseinandersetzung mit der manchmal ungemütlichen Wirklichkeit. Grund genug für die Schülerinnen und Schüler aus Deutschland und Frankreich, sich einige dieser Klischees einmal genauer anzuschauen und zu überprüfen.

Ein wichtiges Ziel des Austauschs war, das Entstehen dieser Klischees im Zusammenhang mit der deutsch-französischen Geschichte zu sehen, nachzuforschen woher sie kommen und wie sie instrumentalisiert wurden,“ fasste Alexandra Kunz, eine der begleitenden deutschen Lehrerinnen zusammen.

Aber selbstverständlich absolvierten die Austauschschüler zusätzlich zu diesem Thema noch ein interessantes Besuchsprogramm, das neben dem gegenseitigen Kennenlernen, der Teilnahme am Unterricht noch viel Interessantes bot. Ein Muss war selbstverständlich das Gutenberg-Museum in Mainz, wo die Schüler in einem Workshop selbst Drucke wie zu Gutenbergs Zeiten erstellten oder sich mit Buchmalerei auseinandersetzten. Eine Stadtrallye durch Bad-Kreuznach und das Salinental, Sport, Spiel und Gruppenaktivitäten rundeten den Besuch zu einem abwechslungsreichen Aufenthalt ab. Begleitet wurde die Gruppe von deutscher Seite durch die Französischlehrerinnen Alexandra Kunz und Ulrike Schwarz und von französischer Seite durch Madame Berger und Madame Jacquet. Der Gegenbesuch in Frankreich wird ab dem 8. Mai stattfinden und wird von den Schülerinnen und Schülern mit Spannung erwartet.