Praktikum an der IGS Gerhard Ertl

Wenn Sie Interesse an einem Praktikum an an unserer Schule haben, wenden Sie sich bitte an das  Praktikumsteam.

Schilderung der Schule aus Sicht einer Praktikantin

Die Integrierte Gesamtschule „Gerhard Ertl” ist eine Schule im Aufbau und wurde zum Schuljahr 2008/2009 gegründet. Demnach sind momentan nur zwei Klassenstufen vertreten – es gibt vier fünfte und vier sechste Klassen. Das Lehrerkollegium setzt sich aus sieben Lehrern und 15 Lehrerinnen zusammen. Die Lehrkräfte sind in zwei „Teams” aufgeteilt. Das 6er-Team ist gleichzeitig auch das Gründerteam der Schule, während das 5er-Team zu Beginn des letzten Schuljahres fast komplett neu eingestellt wurde. Diese Teambildung soll sich bis zur Oberstufe fortsetzen, sodass eine Klasse die ganze Unter- und Mittelstufe die gleichen Lehrkräfte (zumindest in der Klassenleitung) behält. Pro Lehrerteam gibt es ein Lehrerzimmer, d.h. die Lehrkräfte sind für die Schüler fast immer erreichbar.

Die Schule umfasst zwei Gebäudeteile, wodurch die zwei Klassenstufen weitgehend voneinander getrennt sind. Einzig die Fachräume für die Naturwissenschaften, Musik und Kunst werden gemeinsam genutzt. Dadurch, dass in jedem Schuljahr eine Klassenstufe dazu kommt, wird momentan an einem Erweiterungsbau gearbeitet, der neue Klassen- und Teamräume, eine große Mensa, einen Aufenthaltsraum mit Kicker und Billardtisch für den Ganztagsbereich und einen zusätzlichen Arbeitsplatz für Lehrkräfte und Referendare bieten wird.

Darüber hinaus ist die Schule Schwerpunktschule; das Hauptaugenmerk liegt auf den Naturwissenschaften, die Schule kooperiert hier mit der Universität Mainz, Boehringer Ingelheim und der Fachhochschule in Bingen.

In beiden Jahrgangsstufen werden die Fächer Deutsch, Mathematik, Gesellschaftslehre, Naturwissenschaften, Sport, Religion, Kunst und Musik unterrichtet. Die sechste Jahrgangsstufe hat außerdem die Möglichkeit, vier aus einem Angebot ausgewählte Wahlpflichtfächer in einer sogenannten Orientierungsphase vierteljährlich zu besuchen; eines davon wird in der 7. Klasse dann fest angewähltes Wahlpflichtfach sein. Diese Art des Unterrichts gehört mit zum Programm „Schule im Aufbau” und befindet sich demnach noch in der Probephase. Es wird getestet, ob es gut oder schlecht ist, wenn die Kinder schon einmal einen Einblick in neue Fächer bekommen, um es sich dann in ihrer Entscheidung leichter zu machen.

Außerdem bietet die Schule die Möglichkeit der Ganztagsbetreuung, d.h. es gibt Halbtags- und Ganztagsklassen. Die Ganztagsklassen gehen zweimal in der Woche nachmittags in eine AG, die sie zu Schuljahresbeginn wählen durften und die für ein halbes Jahr bestehen bleibt. Hierbei haben die Schüler Möglichkeiten in jedem Bereich. Sie können sich sportlich betätigen, kreativ sein oder in den naturwissenschaftlichen Bereich gehen. An den anderen beiden Tagen haben die Schülerinnen und Schüler ganztägig Unterricht von 7.30 Uhr - 15.30 Uhr. Ergänzt wird das Pflichtprogramm des Unterrichts in den Ganztagsklassen durch Fach- und allgemeine Lernzeiten, in denen Unterrichtstoff wiederholt und vertieft wird. Die Betreuung dieser Lernzeiten erfolgt durch Fachlehrkräfte. Für die Ganztagsklassen gibt es eine Mensa, in der die Schüler und Lehrkräfte mittags eine warme Mahlzeit durch einen Cateringservice bekommen. Dieser soll jedoch bald durch einen schuleigenen Koch ersetzt werden.

Da diese Schule eine IGS ist, sind alle drei Schulabschlüsse möglich. Die Kinder werden von Anfang an in den Hauptfächern auf zwei verschiedenen Niveaus (Grund- und Erweiterungsniveau) unterrichtet. Es ist geplant, dass alle Klassen bis zur 10.Klasse in ihrem Klassenverband bleiben und nicht - wie auf anderen Schulen - nach der 6. Klasse neu aufgeteilt werden.

Der Unterricht gestaltet sich von Lehrer zu Lehrer unterschiedlich, wobei alle sehr viel offenen Unterricht machen und weniger Frontalunterricht stattfindet. Häufig gibt es Gruppenarbeiten, kleinere Projekte oder Stationsarbeiten. Hierfür gibt es außerdem die sogenannten Differenzierungsräume (zwei pro Team), in denen die Schüler die Möglichkeit haben, sich in einer kleinen Gruppe zusammenzuschließen und noch einmal zusätzlich den Unterrichtsstoff zu wiederholen. Diese Räume werden aber auch bei Stationsarbeiten gerne genutzt, um die Klassen etwas auseinander zu ziehen und so eine angenehmere Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Oftmals wird eine Klasse von zwei Lehrern unterrichtet bzw. betreut. Schwachen und starken Schülern kann somit viel besser geholfen bzw. auch mal etwas Kniffliges angeboten werden, und die Aufteilung der Klasse in zwei Räume stellt kein Aufsichtsproblem dar.

Insgesamt wird sehr viel Wert auf Ruhe in den Klassen gelegt, woran sich die Schüler sehr schnell gewöhnen und dies auch selbst als sehr entspannend empfinden.

Außerdem wird Selbstständigkeit, vor allem bei Gruppen- und Stationsarbeiten, erwartet, jedoch nie zum Nachteil der Schüler - gewünschte Hilfestellungen bekommen sie selbstverständlich. Auch das Verständnishaben für Mitschüler wird „trainiert” und ist dem Lehrerkollegium sehr wichtig. Die Schüler kennen sich untereinander sehr gut. Starke und schwache Schüler werden gleichermaßen geschätzt und respektiert, was in diesem Alter schon eine sehr große Leistung darstellt.

Der Kontakt zu den Eltern wird stets gesucht und gewünscht. Ca. eine Woche vor der Zeugnisausgabe findet für jeden Schüler ein 30-minütiges Entwicklungsgespräch statt, in dem die beiden Klassenleiter mit ihm bzw. ihr und den Eltern gemeinsam über Stärken und Entwicklungsfelder sprechen und Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie die weitere Entwicklung aussehen sollte. Die Ergebnisse dieses sogenannten "Entwicklungsgesprächs" münden in einer schirfltichen Zielvereinbarung, die der Schüler, die Eltern und die beiden Klassenleiter unterzeichnen. Zur Vorbereitung dieser Gespräche werden von allen Beteiligten Reflexionsbögen ausgefüllt.

Außerdem wird der Kontakt zu den Eltern durch ein sogenanntes „Infoheft” gehalten. Hier werden wichtige Informationen an die Eltern hineingeschrieben, die das Heft dann am Wochenende als „gelesen” unterschreiben (manche Schüler bekommen aufgrund ihrer Vergesslichkeit unter jede aufgeschriebene Hausaufgabe das Handzeichen des Lehrers).

Insgesamt herrscht an dieser Schule ein sehr familiäres Arbeitsklima, in dem sich sowohl die Schüler, die Eltern als auch die Lehrer wohlfühlen können.

Neuankömmlinge werden herzlich und mit offenen Armen empfangen und ohne Probleme in den Schulalltag integriert. Man bekommt das Gefühl vermittelt, dass alle mit Spaß und Herz an die Arbeit gehen.

Meiner Meinung nach ist diese Art der Schulform etwas Besonderes, was sonst eher selten zu finden ist! Und obwohl das Programm noch sehr jung ist, wird es doch schon sehr gut umgesetzt.