Stolzer Sieger beim Vorlesewettbewerb

von Katharina Diehl-Knieriemen

Am Dienstag, den 16. Dezember, führte die Klassenstufe 6 in den heiligen Hallen der Bib den diesjährigen Vorlesewettbewerb durch. Bereits im Vorfeld waren in allen vier Klassen die besten Vorleser ausgewählt worden und diese traten nun in Anwesenheit Jury, bestehend aus den Deutschlehrkräften der Stufe und Frau Walther, der Leiterin der Bib an, um die beste Vorleserin oder den besten Vorleser zu ermitteln. Die Konkurrierenden lasen dabei einen kurzen Text aus ihrem Liebelingsbuch und einen unbekannten Text. Dabei handelte es sich in diesem Jahr um das Jugendbuch Momo von Michael Ende, dessen zentrales Thema Zeit (und wie wir sie nutzen) nichts an Aktualität eingebüßt hat, auch wenn das Buch schon vor 50 Jahren geschrieben wurde.

Die Schülerinnen und Schüler nahmen die Herausforderung an und stellten sich dem Publikum. Sieger wurde Isaija aus der Klasse 6b. Er wird die Schule beim nächsten Wettbewerb, in dem alle Schulsieger des Landkreises gegeneinander antreten, würdig vertreten. Wir gratulieren von Herzen und wünschen ihm viel Erfolg! Ein herzliches Dankeschön geht an Frau Walther und die Deutschlehrerinnen, die diesen Wettbewerb so professionell und souverän durchgeführt haben.

von Katharina Diehl-Knieriemen 9. Januar 2026
Mit der Schule beginnt der Ernst des Lebens, aber richtig ernst wird es erst danach: Die Entscheidung für einen Beruf prägt den Alltag der folgenden 30 bis 40 Jahre. Um die Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen bei der Wahl eines geeigneten Berufs zu unterstützen, haben die Tutoren der achten Klassen - tatkräftig unterstützt von Herrn Mohr und der Schulsozialarbeit – in der Woche vor den Herbstferien ein abwechslungsreiches Programm gestrickt, dass die Kids bei ihrer Wahl unterstützen soll. Schülerinnen und Schüler, die die Schule nach der 9. Klasse mit dem Abschluss Berufsreife verlassen, sind davon besonders betroffen, denn sie müssen bereits im nächsten Jahr aktiv werden und einen Ausbildungsplatz finden. Zunächst wurden die Schülerinnen und Schüler selbst aktiv und probierten ganz individuell für zwei Tage in einem Betriebspraktikum Berufe aus. Die Wahl der Betriebe war dabei sehr abwechslungsreich von der Arztpraxis, übers Bestattungsinstitut, Friseur, Einzelhandel und Kindergarten war alles dabei. Zurück in der Schule stellten die Jugendlichen ihren Mitschülern die Betriebe vor und tauschten sich über die mannigfaltigen beruflichen Möglichkeiten aus. Daneben besuchte unser Berufswahlkoordinator Herr Mohr von der Arbeitsagentur die Klassen und machte mit ihnen einen ausführlichen Test, in welchen Bereichen ihre beruflichen Interessen liegen. Ein besonderes Highlight war dann der Berufeparcour, den Frau Kollas und Frau Nett von der Schulsozialarbeit gemeinsam mit den Tutoren betreuten. Drei Schulstunden lang arbeiteten die Jugendlichen mit ihren Händen und mussten Knöpfe annähen, Hemden bügeln, Tische eindecken, einen Würfel herstellen, eine Blume aus Draht herstellen und vieles mehr. Im Anschluss wurde gemeinsam überlegt, welche überraschende Kompetenzen für manche Berufe gefordert sind. So sollte jeder Mann und jede Frau, der/die Anzüge tragen muss, Hemden bügeln können. Trotz mancher Herausforderung hatten die Teilnehmenden insgesamt viel Spaß ganz abseits von Tablett und Handy. Ein weiteres Highlight war dann die Betriebsbesichtigung beim Zweiten Deutschen Fernsehen auf dem Lerchenberg, bei dem wieder viele Berufsmöglichkeiten vorgestellt wurden und wir nebenbei noch erfuhren wie kompliziert und teuer es ist Fernsehen zu machen. Wir bekamen einen Überblick über das riesige Gelände, besichtigten den Fernsehgarten, lernten den Greenscreen kennen und durften die heiligen Hallen der Fernsehstudios von Nahem besichtigen. Ein sehr informativer und abwechslungsreicher Vormittag!
von Britta London 9. Januar 2026
Unser alljährlicher Nikolauslauf ist schon eine vorweihnachtliche Tradition und immer eine schöne Abwechslung im Schulalltag. Letzten Freitag war es nun wieder soweit. Bei bestem Laufwetter – bewölkt, kühl und ohne Regen – versammelten sie die Läufer der IGS Gerhard Ertl, der Elisabethenschule aus Sprendlingen und der Löwenschule aus Alzey. Voller Vorfreude lauschten sie den Worten von Harald Brandenburg, der den Schülerinnen und Schülern noch einmal erklärte, wo die Strecke genau verläuft: Die 4-Kilometer-Strecke bedeutet bis Zotzenheim zu laufen, für die 6 Kilometer geht es noch ein Stück weiter. Die Streckenposten passten aber auch auf, dass keiner verloren geht (Danke an den WPF-Kurs von Herrn Hönes). Viele Läufer trugen Nikolausmützen und warteten gespannt auf das Startsignal. Und dann ging es auch schon los. Eine Gruppe setzte sich schon früh ab und ein Läufer führte das Feld mit einigem Abstand an. Und so ging es zunächst eine Runde um den Sportplatz und dann ins „freie Gelände“. Einige Zuschauer trotzten den kühlen Temperaturen, um ihre Läufer anzufeuern. Verpflegt wurden sie von den Schülerinnen und Schülern der 12. Klasse, die leckere Waffeln, Donuts und Schokofrüchte anboten. Für die musikalische Untermalung war die Technik-AG zuständig, die die Veranstaltung wie gewohnt kompetent und zuverlässig beschallte. Und so sah das Publikum nach sensationellen 21,25 Minuten bereits den ersten Läufer im Ziel ankommen. Younes Kader von der Elisabethenschule beendete den Nikolauslauf nach 6 km als Erster, er hatte im Verlauf des Rennens seinen Spitzenplatz nicht hergegeben. Nur kurze Zeit später durften dann die Zuschauenden der IGS Gerhard Ertl mit ihren Mitschülern Hussam Mustafa und Felias Drumm aus der 6d jubeln, die mit einer sensationellen Zeit von 22,02 die Strecke von 4 km als Erste hinter sich brachten. Janika Kreischer aus der 9c erreichte knapp danach für die Mädchen nach 4 Kilometern als Erste das Ziel! Nun erwartete das Publikum noch die 6-km-Läuferinnen. Auch hier konnte die IGS Gerhard Ertl wieder jubeln, denn Alva Hansen und Selina Fey kehrten nach 6 Kilometern und 38:44 Minuten als erstes Damengespann auf den Sportplatz zurück. Bei der anschließenden Siegerehrung kam dann auch die Sonne einmal kurz hinter den Wolken hervor, um mit den siegreichen Läufern um die Wette zu strahlen. Für die Erstplatzierten gab es einen von unserem Förderverein gesponserten Preis, für alle Läufer hatte er zudem kostenlos (heiße) Getränke zur Verfügung gestellt. An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an die Damen und Herren unseres Fördervereins, die für uns als Schulgemeinschaft so vieles ermöglichen! (Unser Förderverein freut sich auch immer über neue Mitglieder: https://www.igs-gerhard-ertl.de/förderverein) Und so ging ein toller Vormittag des fairen sportlichen Wettbewerbs zu Ende und so mancher freut sich schon auf eine Wiederholung im nächsten Jahr! Vielen Dank an Harald Brandenburg, Mark Hönes und Thomas Börger sowie natürlich auch ihren Schülerinnen und Schülern für die großartige Organisation, danke an die Technik-AG für die sensationelle Beschallung mit toller Musik sowie an alle Teilnehmenden, ob auf dem Platz oder zur Anfeuerung – es war wieder einmal ein schönes (Sport)Fest!
von Marlie Metzler 4. Dezember 2025
Am 27. November 2025 machten sich alle 9. Klassen unserer Schule gemeinsam mit ihren Tutorinnen und Tutoren, dem FSJler sowie Herrn Hemberger auf den Weg nach Osthofen, um dort die KZ-Gedenkstätte zu besuchen. Nach der Ankunft erhielten die Schülerinnen und Schüler zunächst einen historischen Überblick: Wie konnte es überhaupt zur Machtübernahme der Nationalsozialisten kommen? Welche politischen Entwicklungen führten dazu, dass Menschen ohne rechtsstaatliche Verfahren in Konzentrationslager verschleppt wurden? Anhand von historischen Fotos, Dokumenten und Berichten wurde den Jugendlichen die Entstehungsphase des NS-Systems anschaulich erläutert. Im Anschluss folgten Führungen über das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers. Die Gruppen besichtigten unter anderem den früheren Wohnbereich, die sanitären Anlagen sowie den Außenbereich. Besonders eindrücklich waren dabei die Schilderungen der damaligen Lebensumstände: Eine einzige halbe Stunde Waschzeit für rund 300 Gefangene, völlig unzureichende Hygiene und Schlafplätze direkt auf dem kalten Boden. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt, wie sie auch am Besuchstag herrschten, wurde vielen erst bewusst, wie unmenschlich und entwürdigend der Alltag der Inhaftierten gewesen sein muss. Große Aufmerksamkeit fanden auch die vorgestellten individuellen Schicksale ehemaliger Häftlinge. Ein Beispiel war die Geschichte eines Mannes, dem zwar die Flucht gelang, der aber Jahre später in Frankreich wieder festgenommen und deportiert wurde. Nur neun Tage vor Kriegsende starb er schließlich. Solche persönlichen Lebenswege halfen den Schülerinnen und Schülern zu erkennen, dass hinter den historischen Zahlen konkrete Menschen standen – mit Familien, Hoffnungen und Zukunftsplänen, die brutal zerstört wurden. Das Konzentrationslager Osthofen gehört zu den frühen Lagern des NS-Regimes. Es bestand von 1933 bis 1934 und diente in erster Linie der Inhaftierung politischer Gegner – insbesondere Mitglieder demokratischer Parteien, Gewerkschafter, Journalisten oder Menschen, die offen gegen die nationalsozialistische Ideologie eintraten. Das Lager wurde in einer ehemaligen Papierfabrik eingerichtet und war eines der wichtigsten frühen Terrorinstrumente der neuen Diktatur in der damaligen Pfalz (heute Rheinland-Pfalz). Heute befindet sich auf dem Gelände eine landesweit bedeutsame Gedenk- und Bildungsstätte, die durch Ausstellungen, Führungen und pädagogische Programme an die Opfer erinnert und die Mechanismen der NS-Herrschaft vermittelt. Osthofen gilt als ein zentraler Lernort, um die frühen Strukturen des Terrors zu verstehen und Zusammenhänge zwischen Demokratie, Menschenrechten und gesellschaftlicher Verantwortung zu reflektieren. Die Exkursion nach Osthofen ist seit vielen Jahren fest in unserem Schulprofil verankert: Als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist es uns ein großes Anliegen, den Schülerinnen und Schülern einen direkten, authentischen Zugang zur Erinnerungskultur zu ermöglichen. Jeder Jahrgang besucht im Verlauf der Schulzeit mindestens eine Gedenkstätte – ein wichtiger Baustein unseres Bildungsauftrags in Zeiten, in denen demokratische Werte immer wieder herausgefordert werden. Im Rückblick fasst Herr Neumann, der den Jahrgang als GL-Lehrer begleitete, den Tag so zusammen: „Es war eine bedrückende, aber ungemein wichtige Erfahrung. Ich bin dankbar, dass unsere Schülerinnen und Schüler durch solche Ausflüge an die Geschehnisse im Dritten Reich erinnert werden. Nur so verhindern wir, dass diese Verbrechen in Vergessenheit geraten. Mir ist besonders wichtig, dass junge Menschen diese Geschichte nicht nur aus dem Schulbuch kennen, sondern an einer Gedenkstätte unmittelbar nachvollziehen können. Erst dann kann der Unterricht das Erlebte wirklich aufgreifen und vertiefen.“ Der Besuch hinterließ bei vielen Jugendlichen sichtbare Eindrücke, die nun im GL-Unterricht aufgegriffen und vertieft werden. Passenderweise steht dort aktuell das Thema „Nationalsozialismus“ auf dem Lehrplan, sodass die Exkursion eine wertvolle Grundlage für die weitere Auseinandersetzung bildet.
von Katharina Diehl-Knieriemen 19. November 2025
Am Freitag, den 14. November 2025, versammelten sich zahlreiche aufgeregte Schülerinnen und Schüler in der Pausenhalle der IGS Gerhard Ertl. Viele hatten beim Wettbewerb der Fachschaft Kunst mitgemacht und ihre Kunstwerke eingereicht, um den brandneuen IGS Gerhard Ertl Kunstkalender zu bestücken. Dieser wird vom Förderverein herausgebracht und ist ab sofort auf Bestellung (Überweisung von 10 Euro pro Kalender an den Förderverein, unter Angabe von Name und Klasse des Kindes oder Adresse (Verwendungszweck)) erhältlich. Insgesamt werden 12 Kunstwerke in den Kalender aufgenommen, unter denen die Fachschaft Kunst aber 3 Sieger ausgemacht hat. Die Preisträger sind ... Trommelwirbel...  Kyle Badong (5c) erhält den ersten Preis für sein fantastisches Harry Potter Porträt, der zweite Platz geht an Gonca Kücük (5c) und Platz drei belegte Lia Jacob (8a). Die Fachschaft Kunst und der Förderverein gratulieren den jungen Künstlerinnen und Künstlern ganz herzlich! Wir wünschen allen viel Freude im nächsten Jahr mit dem abwechslungsreichen Wandkalender, der sich sicherlich auch als Weihnachtsgeschenk eignet.
von Katharina Diehl-Knieriemen 19. November 2025
Diese Frage stellten sich in diesem Schuljahr die Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen der IGS Gerhard Ertl an ihrem Demokratietag. Sie spielten gemeinsam mit ihren Tutoren, Teresa Wenz und Britta London das Planspiel Welt macht Hunger und stellten dabei fest: gar nicht so wenig! Ziel des Spiels ist es im Laufe von drei Spielen (eine Stein-Schere-Papier Turnier, Flussüberquerung und Turmbau) so viel Geld wir möglich zu verdienen. Mit Feuereifer stürzten sich die Jugendlichen in ihre Rollen –sie kamen aus 16 verschiedenen Ländern- und machten sich zum Wettkampf bereit. Allerdings stellte sich schnell Ernüchterung ein: Während John Smith aus den USA ständig ohne Grund mit Geld überschüttet wurde, hatten die Vertreter ärmerer Länder auch noch mit krass unfairen Bedingungen zu kämpfen, wie zum Beispiel der Regel nur bestimmte Symbole bei Stein, Schere, Papier zu wählen. Zwischendurch wurde immer wieder überlegt, was das mit den Realitäten in der Welt und tatsächlich auch unserem Reichtum zu hat. Die ungleiche Verteilung von Armut und Reichtum am eigenen Leib zu erfahren, war eine beeindruckende Erfahrung und auch der Sieger John Smith fühlte sich am Ende doch etwas unwohl in seiner Haut. Zum Ausgleich teilte er die Siegerschokolade dann doch fair mit seinen Mitschülerinnen und Mitschülern. Insgesamt zeigten sich alle Teilnehmer sehr beeindruckt und überlegten gemeinsam, was man für mehr Fairness und Gerechtigkeit auf der Welt tun kann. Den Wink mit der TransFair-Schokolade hatten alle verstanden ;-) Hitzig debattiert wurde auch in Jahrgangsstufe 11, allerdings nicht nur von den Schülerinnen und Schülern. Sie nahmen an der Landtagsdebatte am letzten Mittwoch teil, die es aufgrund ihrer heftigen Auseinandersetzung um Gewalt an rheinland-pfälzischen Schulen auch in die Nachrichten schaffte. Im sich anschließenden Gespräch mit Landtagsabgeordneten durften auch die Schülerinnen und Schüler mitdiskutieren und positionierten sich zum Stolz der sie begleitenden Lehrkräfte gegenüber einem AfD abgeordneten deutlich gegen rechts! Allen Beteiligten wurde deutlich, wie wichtig die diese Positionierung, aber auch die grundsätzliche Auseinandersetzung miteinander für unserer Demokratietag. Auch die anderen Stufen der Schule beschäftigten sich mit ganz unterschiedlichen Aspekten des Themas Demokratie und nahmen wertvolle Denkanstöße mit nachhause. Unterstützt vom Landkreis Mainz Bingen und der Demokratieförderung des Landes Rheinland-Pfalz stellten sich die Fünftklässler mit Trainern des Internationalen Bundes die Frage :”Wie wollen wir miteinander leben”, während die Sechstklässler gleich ein eigenes Dorf gründeten und eine Verwaltung aufbauten. Die Schülerinnen und Schüler der 7. Klassen wurden von Elan aus Mainz zum Thema Konsum und Nachhaltigkeit informiert, während die Neuntklässler sich in Mainz über die Verfolgung der Juden im Nationalsozialismus informierten. Diese beiden Veranstaltungen konnten dank der großzügigen Finanzierung durch den Förderverein der IGS Gerhard Ertl umgesetzt werden. Insgesamt waren sich alle am Ende einig: Unsere Demokratie ist es wert, dass wir uns für sich einsetzen. Wir danken allen Lehrkräften für ihr Engagement, den Geldgebern für die finanzielle Unterstützung und den Schülerinnen und Schülern für ihre Offenheit und Beteiligung. 
von Katharina Diehl-Knieriemen 19. November 2025
Eine besondere Geschichtsstunde durften am Montag, den 10.11.2025 die Schülerinnen und Schüler der Geschichtsleistungskurse der MSS der IGS Gerhard Ertl erleben: Christine Struck, eigentlich Professorin für Kunstgeschichte in Erlangen, las aus ihrem Buch “Die Aufsteiger, Deutscher Mittelstand unter Hitler: Eine Familiengeschichte” vor. Die Autorin hat sich vor einigen Jahren auf den Weg gemacht, die Geschichte ihrer Großeltern und Urgroßeltern zu erforschen, die zur Zeit des Nationalsozialismus eine Firma in Sprendlingen hatten. In der Lesung gab sie den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in die Ergebnisse ihrer Arbeit, die im Oktober als Buch erschienen ist. Sie berichtete vom Werdegang ihres Urgroßvaters, der schon im ersten Weltkrieg mit seiner Betonwarenfabrik vom Krieg profitierte und sich als überzeugter Nationalsozialist in den 30iger Jahren auch politisch im Ort engagierte, während seine Firma am Bau des Westwalls beteiligt war. Die Firma verdiente gut an diesem Projekt und beschäftige zur Zeit des zweiten Weltkriegs Zwangsarbeiter. Nach dem Krieg war Johann Struck zwar knapp zwei Jahre interniert, wurde 1949 im Zuge des Spruchkammerverfahrens als Mitläufer eingestuft und durfte danach seine Firma wieder übernehmen. Christina Strunck berichtete von dem Verfahren und äußerte die Vermutung, dass ihr Großvater diese milde Einordnung wahrscheinlich durch Bestechung und den Kauf von wohlwollenden Zeugenaussagen erreicht hatte. Beindruckt hörten die Schülerinnen und Schüler zu und stellten danach interessiert Fragen, wie die Familie mit den Nachforschungen umgegangen ist. Auf die Frage, wie man den aktuellen bedrohlichen rechten Tendenzen in der Politik begegnen könne, war die Antwort der Autorin eindeutig: Man müssen sich dem deutlich entgegen stellen und sich für Demokratie und Menschenrechte einsetzen. Ein wichtige Erkenntnis aus ihrem Buch: alle Mitglieder der Familie Strunck hätten für ihre Mittäterschaft und ihre Beteiligung am NS System bezahlt. Keiner habe ein glückliches und selbstbestimmtes Leben geführt, auch wenn sich die äußerlichen Bedingungen nach dem Krieg schnell wieder verbesserten. Der Nationalsozialismus führte diese Menschen in den Abgrund und schreckliche Zerstörung. Vor diesem Hintergrund müssen wir heute eine Wiederholung solcher Zustände auf jeden Fall verhindern. Mit einem warmen Applaus verabschiedeten die Schülerinnen und Schüler Frau Strunck. Die Geschichtslehrer bedanken sich ganz herzlich bei Frau Strunck für diesen spannenden und lebhaften Beitrag zur Regionalgeschichte.
von Johannes Neumann & Marlie Metzler 19. November 2025
Vom 6. bis 10. Oktober 2025 begaben sich die neunten Klassen gemeinsam mit ihren Tutorinnen und Tutoren auf eine Klassenfahrt zum IJsselmeer in den Niederlanden. Die Fahrt stand ganz im Zeichen des Teamgeists, der Zusammenarbeit und zahlreicher gemeinsamer Erlebnisse auf hoher See. Am Montagmorgen starteten die Busse pünktlich um 8:00 Uhr in Sprendlingen. Am Nachmittag erreichten die Schülerinnen und Schüler den Hafen von Harlingen, wo die Schiffe bezogen wurden. Die anfängliche Überraschung über die begrenzten Platzverhältnisse in den Kabinen und die überschaubare Anzahl an sanitären Einrichtungen wich schnell der Vorfreude auf die bevorstehenden Tage. Nach einem gemeinsamen Abendessen, das von einer Schülergruppe zubereitet wurde, endete der erste Tag in entspannter Atmosphäre. Der Dienstag stand im Zeichen des ersten Segeltörns. Ziel war die Insel Terschelling, eine der westfriesischen Inseln. Unter Anleitung der Schiffsbesatzung lernten die Schülerinnen und Schüler die grundlegenden Handgriffe des Segelns, setzten gemeinsam die Segel und übernahmen erste Aufgaben bei der Navigation und Steuerung. Trotz wechselhaften Wetters herrschte eine ausgelassene Stimmung. In Terschelling angekommen, nutzten viele die Gelegenheit zu einem Stadtbummel, zum Einkaufen und zum Erkunden der Umgebung. Der zweite Abend verlief ruhig und harmonisch. Am Mittwoch führte die Route weiter nach Makkum in der Provinz Friesland. Der Umgang mit den Segeln und den Manövern verlief zunehmend routinierter, und einige Teilnehmende zeigten beachtliches Talent im praktischen Umgang mit dem Schiff. Das Wetter blieb zwar kühl und wechselhaft, doch tat dies der guten Stimmung keinen Abbruch. Besonders wagemutige Schülerinnen und Schüler wagten sogar ein kurzes Bad im IJsselmeer bei einer Wassertemperatur von etwa acht Grad Celsius. Am Abend sorgte ein musikalischer Wettbewerb zwischen Lehrkräften und Schülergruppen für gute Unterhaltung und trug zu einem lebhaften Gemeinschaftsgefühl bei. Am Donnerstag traten die Gruppen die Rückfahrt nach Harlingen an. Ein besonderes Erlebnis war die Durchfahrt durch die Schleuse, die vielen eindrucksvoll in Erinnerung blieb. Der letzte Abend an Bord bot Gelegenheit, die gemeinsamen Erlebnisse Revue passieren zu lassen und die Gemeinschaft noch einmal zu stärken. Am Freitagmorgen erfolgte schließlich die Rückreise nach Sprendlingen. Nach einer pünktlichen Abfahrt und einer reibungslosen Fahrt erreichte die Gruppe am Nachmittag wieder die Heimat. Die Segelwoche auf dem IJsselmeer wird allen Teilnehmenden in bester Erinnerung bleiben. Sie bot nicht nur spannende Einblicke in das Leben an Bord und die Grundlagen des Segelns, sondern stärkte auch die Klassengemeinschaft und den Zusammenhalt innerhalb des gesamten Jahrgangs nachhaltig.
von Katharina Diehl-Knieriemen 10. November 2025
Der Herbst ist für alle Eltern, deren Kinder die 4. Klasse besuchen, die Schulbesichtigungszeit. Neben den konkreten Schulen mit ihren individuellen Konzepten gibt es auch höchst unterschiedliche Schulformen, die man besichtigen und auf persönliche Passung überprüfen muss. Darum lud auch die IGS Gerhard Ertl an diesem eher nebligen 8. November zahlreiche Schülerinnen, Schüler und ihre Eltern ein, das Haus und das Schulkonzept näher kennenzulernen. Dabei stellte sich heraus: So eine IGS ist ganz schön kompliziert: innere und äußere Differenzierung, E- und G-Niveau und WPFs sind gar nicht so einfach zu verstehen. Im Bewusstsein dieser Komplexität hat sich die Sprendlinger Gesamtschule darum ein besonderes Konzept ausgedacht, um den Bedürfnissen aller Besucher zu begegnen. Während die Schülerinnen und Schüler an Mitmachstationen die neuen Fächer wie zum Beispiel Gesellschaftslehre erkunden durften oder spielerisch in die Themen von Klasse 5 hineinschnupperten, wurde den Eltern in kurzen und informativen Vorträgen das pädagogische Konzept, die Ganztagsschule und die ganzen komplizierten Fremdworte und ihre Bedeutung erklärt. Neu in diesem Jahr dabei das neue pädagogische Konzept des nachhaltigen Lernens, das im nächsten Schuljahr an den Start geht. Den neusten wissenschaftlich erprobten Ideen folgend hatte sich das Kollegium in den letzten beiden Jahren im Rahmen des Landesprojekts “Schule der Zukunft” auf den Weg gemacht, ein neues Konzept für die Schule zu entwickeln, das den Bedürfnissen der Kinder mehr entspricht und sie für die Herausforderungen der neuen und modernen Arbeitswelt fit machen soll. Erhöht werden soll die wirkliche eigenständige Arbeitszeit der einzelnen Schüler, während der ermüdende Frontalunterricht reduziert werden soll. Interessiert ließen sich die Eltern die neuen Ideen für modernes Lernen erläutern, während die Kinder im Nebenraum schon mal das neue Raumkonzept inklusive Sitzkissen testen durften. Nach einem letzten Vortag über die Digitalisierung, die ebenfalls eine herausragende Rolle an der I-Padschule Gerhard Ertl spielt, durften Eltern und Kinder dann gemeinsam aktiv werden und im Mintbereich der Schule spannende Experimente durchführen: Hier flogen physikalisch aufgeladen Haare in die Luft, es durfte mikroskopiert werden und Essigbomben wurden gezündet. Nach dem ganzen Input waren alle froh über die Abwechslung. Nach einem kurzen Blick in den nagelneuen Makerspace der Schule, konnten sich alle Besucher dann in der Mensa stärken, den Markt der Möglichkeiten erkunden oder den neuen Schulhof bespielen. Am Ende des Tages verließen viele Besucher zufrieden das Haus. Ein herzliches Dankeschön an die vielen engagierten Schülerinnen und Schüler und das Kollegium. Es war ein gelungener Auftritt.
von Marei Fleischmann 10. November 2025
Lange war die Frage, wohin die Kursfahrt gehen soll, offen. Nach langem Überlegen konnten wir uns jedoch auf Calella und Barcelona in Spanien einigen. Ab in den Süden, die Sonne und den Strand genießen. Am Abend des 5.10. ging die Reise endlich los – 15 Stunden und wir sollten da sein. Nach einer langen Nacht erreichten wir am Vormittag endlich unser Ziel. Ausladen, einchecken und direkt weiter zur ersten Aktivität: SUP fahren auf dem Mittelmeer. Am Strand angekommen mussten wir unseren Plan ändern, denn es gab zu hohe Wellen und zu viel Wind, um gemütlich zu paddeln. Das Wassersportzentrum Calella bot uns daher ein Alternativprogramm an: In Kleingruppen Bananenboot und Rocket fahren. Dies bedeutete, sich mit einem poolähnlichen Gefährt übers Wasser ziehen zu lassen und bei jeder Welle in die Höhe geschleudert zu werden. Viele von uns mochten die Abwechslung nach dem langen Sitzen und das Meer war eine tolle Abkühlung. Danach durften wir uns frei in Calella bewegen. Die doch relativ große Stadt hatte viel zu bieten, eine Innenstadt mit vielen Läden und sehr süße Seitengassen. Am nächsten Morgen fuhren wir nach dem Frühstück nach Barcelona. Erster Stopp war das Wissenschaftsmuseum „Cosmo Caixa“. Skelette eines Dinosauriers, physikalische Experimente, ein Indoor-Garten mit Capybaras und eine Stop-Motion-Produktion über ein drehendes Rad konnten uns schnell begeistern. Zweiter Stopp war dann die Innenstadt von Barcelona. Kunst, Kultur und vor allem die Architektur der Stadt waren wirklich schön. Nach zwei Stunden Fußweg im Rahmen einer selbstorganisierten Stadtführung, bei der Kurzreferate uns über das ein oder andere Schmuckstück der Stadt informierten, konnten wir auch die Sagrada Família betrachten, die seit 1882 gebaut wird und immer noch nicht fertiggestellt ist. Abends gingen viele von uns nochmal an den Strand, um das Wasser zu genießen. Am dritten Tag konnten die meisten endlich den verloren gegangenen Schlaf nachholen und die Stimmung wurde immer besser. Mit dem Bus wurden wir nach Lloret de Mar gebracht. Dort hatten wir Freizeit, machten einen Nachhaltigkeits-Workshop oder gingen mit einem Guide schnorcheln. Wir konnten Seesterne sehen, einen Seeigel auf der Hand halten und Fische betrachten. Der Workshop lehrte uns Wissenswertes über die verschiedenen Fische und vor allem zeigte er uns, wie wir mit dem Meer umgehen müssen, um es zu schützen: nachhaltig – denn Müll und Bohrungen zerstören Nahrungsketten, die Vielfalt der Lebewesen und den natürlichen Kreislauf. Am letzten Tag ging es mit dem Boot nach Tossa de Mar. Nach zwei Stunden auf dem Wasser machten wir eine Stadtrallye rund um die alten Stadtteile – die schnellste Gruppe, die in den Fragen auch noch die meisten Punkte erreicht hatte, erhielt eine Belohnung. Danach durften wir uns frei bewegen und die Stadt weiter auf eigene Faust erkunden. Nach der Bootsfahrt waren alle müde und wollten nur noch zurück ins Hotel. Abends bekamen wir, anlässlich des letzten Abends, noch länger freie Zeit. In kleinen Gruppen zogen wir los Richtung Stadt und Meer. Mocktails, Poker und Musik konnten so den letzten Abend perfekt abrunden. Am Morgen hieß es dann frühstücken und Sachen packen. Nachdem die Zimmer abgenommen wurden, gingen wir als Stufe ein letztes Mal Richtung Strand, um Beachvolleyball zu spielen und zu entspannen. Dann hieß es Abschied nehmen – und die Rückreise begann. Diese verlief leider nicht ganz reibungslos: Eine Buspanne sorgte für eine ungeplante Pause, aber wir machten das Beste daraus und nahmen es mit Humor. Schließlich kamen wir – etwas später als geplant – wieder zuhause an. Trotz der Umstände können wir sagen, dass es eine tolle Kursfahrt war. Wir haben viel gesehen, viel erlebt, und sonst hätten wir ja nichts zu erzählen gehabt. Trotzdem sind wir sehr froh, wieder in unserem eigenen Bett zu schlafen und die Weinberge zu sehen, wenn wir nach draußen schauen. Die Kursfahrt und vor allem die Erlebnisse der letzten Stunden haben es geschafft, uns näher zusammenzubringen und die Stufengemeinschaft zu stärken. Die letzte Klassenfahrt mit ihren Höhen und Tiefen wird uns lange in Erinnerung bleiben.
von Katharina Diehl-Knieriemen 7. November 2025
Am 10. Oktober konnte die Klasse 8b gemeinsam mit ihrem Tutor Tobias Ebenau einen großen Scheck beim Edeka Markt in Wöllstein abholen. Er wurde der Klasse für ihr Streuobstwiesenprojekt überreicht, bei dem sich die Gruppe für Natur- und Artenschutz vor Ort einsetzt. Ausgeschrieben wurde der Preis von Edeka Südwest und der Stiftung NatureLife-International, die im Rahmen des Naturschutzwettbewerbs „Unsere Heimat und Natur“ seit 2014 herausragende Naturschutzprojekte im Südwesten Deutschland finden und auszeichnen. Die Klasse engagiert sich unter der Leitung des Projektleiters Tobias Ebenau seit mehreren Jahren für den Erhalt alter und seltener Ostsorten. Bereits 2022 legte Herr Ebenau mit Schülerinnen und Schülern im Schulgarten eine Streuobstwiese an, deren Pflege die Klasse übernommen hat. Ein zentrales Element des Projekts ist die Eigen-Veredlung: Im letzten Winter wurden die ca. 60 jungen Bäume mit rund 30 verschiedenen alten Apfel-, Kirsch-, Pflaumen- und Mirabellensorten veredelt. In diesem Winter soll die Nachveredelung erfolgen. Ziel ist es, die bestehende Streuobstwiese zu sichern, möglicherweise zu erweitern und seltene Sorten langfristig zu erhalten. Neben der Streuobstwiese wird auch der Garten in der Schule zur Sicherung der nachgezogenen Sorten genutzt. Für ihr beispielhaftes Engagement, so die Laudatoren, im Bereich Biodiversität und nachhaltiger Landwirtschaft wurde das Projekt mit einem Preisgeld von 1000 Euro gewürdigt. Das Geld wird ausschließlich in die weitere Pflege und den Erhalt der Streuobstwiese fließen. Daneben sollen die Schülerinnen und Schüler am Ende der 9. Klasse einen selbstveredelten Baum mitbekommen, der dann bei ihnen zuhause weiter wächst. Wir sind sehr stolz und gratulieren Herrn Ebenau und seiner Klasse von Herzen zu diesem tollen Erfolg.
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