Theaterfahrt des DS-Kurses MSS 12: Die Leiden des jungen Werther
von Sophie Schallmo und Alena Strohdeicher
Im Rahmen unseres DS-Kurses der 12. Klasse unternahmen wir gemeinsam mit einer anderen Schule aus Meisenheim eine Theaterfahrt nach Mannheim zu dem Stück „Die Leiden des jungen Werther“ von Johann Wolfgang von Goethe.
Das Theaterstück basiert auf Goethes berühmtem Briefroman aus dem Jahr 1774, der von der unglücklichen Liebe des jungen Werther zu Lotte erzählt. Obwohl Lotte bereits mit Albert zusammen ist, fühlt Werther sich ihr seelisch sehr verbunden und gibt die Hoffnung nicht auf. Die Inszenierung stellte besonders die Gefühle und inneren Konflikte Werthers in den Mittelpunkt und regte dazu an, über verschiedene Formen von Liebe, über Besitzdenken und über den Umgang mit starken Emotionen nachzudenken. Gespielt wurde das Stück als Einmann-Theater von einem einzigen Schauspieler, der die Rolle des Werther sehr intensiv und eindrucksvoll verkörperte. Dabei wechselte er zwischen verschiedenen Rollen, direkter Ansprache des Publikums und emotionalem Spiel. Unterstützt wurde dies durch einen modernen, multimedialen Bühnenraum, der Werthers inneren Zustand sichtbar machte.
Für viele von uns war es sehr interessant, ein Stück wie dieses live auf der Bühne zu sehen. Besonders beeindruckend war, dass es sich um ein Einmann-Theater handelte. Obwohl nur ein Schauspieler auf der Bühne stand, gelang es ihm, die verschiedenen Figuren und vor allem die Gefühle Werthers sehr überzeugend darzustellen. Durch den Einsatz von Stimme, Mimik, Gestik und Körperhaltung wurde deutlich, wie vielseitig und anspruchsvoll diese Art des Theaters ist.
Gerade im Hinblick auf unseren DS-Unterricht konnten wir viele Anregungen für unser eigenes Projekt sammeln. Im Fach Darstellendes Spiel beschäftigen wir uns nicht nur praktisch mit Theater, sondern auch mit Ausdruck, Kommunikation und Kreativität. Wir lernen, wie man Gefühle, Gedanken und Konflikte mit dem eigenen Körper, der Stimme und durch szenisches Spiel darstellen kann. Theaterbesuche sind dabei besonders wichtig, da man professionelle Inszenierungen erlebt, verschiedene Spielweisen kennenlernt und neue Ideen für die eigene Arbeit bekommt. Außerdem hilft es, Theater nicht nur selbst zu spielen, sondern es auch bewusst wahrzunehmen und zu reflektieren.
Insgesamt war die Theaterfahrt ein sehr schönes Erlebnis für unseren Kurs. Der Ausflug hat uns gezeigt, wie wirkungsvoll Theater auch mit wenigen Mitteln sein kann. Besonders das eindrucksvolle Spiel des einzelnen Schauspielers machte das Stück zu etwas Besonderem und bleibt uns sicher noch lange in Erinnerung.

Die Lateingrundkurse der MSS 1 starteten in das neue Jahr mit einem spektakulären Ausflug in die antike Stadt Pompeji, wo sie just den berühmten Vulkanausbruch aus dem Jahr 79 n. Chr. miterleben konnten. Sehr zur Freude ihrer begleitenden Lehrkräfte Theresa Kasperkowitz und Andreas Spika überlebten alle den Vulkanausbruch und konnten am Ende des Tags wohlbehalten wieder in Sprendlingen abgeliefert werden. Am ersten Schultag nach den Weihnachtsferien trafen sich Lehrkräfte und Schüler in der Raumfabrik in Frankfurt, wo die spektakuläre Ausstellung bis zum 18. Januar gastierte. Sie hatten sich im Lateinunterricht vor den Ferien bereits auf den Ausflug vorbereitet und die Geschichte Pompejis studiert. Die Exponate aus der antiken Stadt und einführenden Karten in den ersten Räumen der Ausstellung holten die Schülerinnen und Schüler genau dort ab, wo sie im Unterricht stehen geblieben waren. Etwas bedrückender waren dann die versteinerten Bewohner Pompejis, die nach der Ausgrabung der antiken Stadt im 19. Jahrhundert entdeckt wurden und das schreckliche Ende der Stadt bezeugen. Im nächsten Raum kamen dann technische Mittel zum Einsatz: mithilfe von VR-Brillen konnten die Teilnehmenden die Arena in Pompeji besuchen und einen Gladiatoren- und Tierkampf miterleben. Besonders beeindruckt waren die Besucher hier von einem Tiger, der direkt in Publikum sprang. Während der sich anschließenden Seeschlacht in der Arena (für die antiken Römer technisch möglich und historisch verbürgt), brach dann über den Köpfen der Schülerinnen und Schüler der Vulkan Vesuv aus und beendete die Seeschlacht spektakulär. Den Verlauf des Ausbruchs, bzw. den Untergang der Stadt erlebten die Besucher dann im nächsten Raum, in dem sie in einer Kutsche sitzend, aus der antiken Stadt flohen. Begleitet wurde die Flucht dabei von Erschütterungen des Erdbebens und herabfallenden Gesteinsbrocken. Die Teilnehmenden gruselten sich ziemlich und waren am Ende froh, dem Inferno entronnen zu sein. Die Rückfahrt nach Sprendlingen verlief dann zum Glück gänzlich unspektakulär und friedlich. Insgesamt waren alle Beteiligten beeindruckt und zufrieden mit diesem Start ins neue Jahr.

In der Schule soll man bekanntlich nicht nur Mathematik und Englisch lernen, sondern auch soziale Fähigkeiten ausbilden und lernen, sich mit anderen ganz unterschiedlichen Menschen auseinanderzusetzen. Für die IGS Gerhard Ertl gehört zu diesem Bereich auch das soziale Projekt. Pro Schuljahr soll sich jede Klasse ein kleines oder größeres soziales Projekt vornehmen und es umsetzen. Da sich besonders die Zeit vor Weihnachten anbietet, Gutes zu tun (vielleicht schreibt das Christkind ja doch mit), taten sich die 8. Klassen zusammen und luden am 16.12.2025 zum Weihnachtsmarkt in der Schulmensa ein. Die Schülerinnen und Schüler nutzen den Vormittag, um zahlreiche Plätzchen zu backen, kleine Geschenke und Weihnachtskarten zu basteln und die kulinarische Versorgung der Gäste sicher zu stellen. Während die Technik AG bereits den ganzen Vormittag in der Mensa gewirkt hatte, bauten alle Klassen in der 6. Stunde die triste Mensa in ein kleines Weihnachtswunderland um. Pünktlich um 16:00 öffnete der Weihnachtsmarkt dann seine Tore und es kamen tatsächlich viele Besucherinnen und Besucher. Ein besonderes Highlight folgte denn auch kurz nach der Eröffnung durch Herrn Selig: unter der Leitung von Frau Lichter gab der Chor der IGS Gerhard Ertl einige wunderschöne Weihnachtslieder zum Besten. Im Anschluss hatte das extra für dieses Ereignis zusammengetrommelt Bläserensemble seinen Auftritt. Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler aus fast allen Altersklassen hatten sich extra zusammengefunden und fleißig geprobt. Zusammengekommen waren eine Tuba, eine Klarinette, eine Zugposaune, ein Horn, zwei Trompeten und eine Geige und spielten stimmungsvoller Klassiker aber auch moderne weihnachtlich Stücke. Ein echtes Highlight! Vielen lieben Dank an die Musikerinnen und Musiker für ihren Einsatz. Im Anschluss konnten dann Punsch getrunken, Waffeln und Crepes geschmaust werden. Es gab sogar das Angebot sich schminken zu lassen oder ein Glitzertattoo auftragen zu lassen Alle fühlten sich sichtlich wohl und genossen die angenehme Atmosphäre. Auch die Schülerinnen und Schüler an den Verkaufsständen waren am Ende mit ihrem Erlös sehr zufrieden. Insgesamt wurden an diesem Tag knapp 800 Euro eingenommen. Das Geld geht zu gleichen Teilen an die Sophia Kallinowsky Stiftung, die Krebskranke Kinder unterstützt und an eine Sammlung zugunsten einer ebenfalls an Krebs erkrankten Athletin des Cheerleading Vereins BKC, mit der einige Schülerinnen zusammen tanzen. Beide Stiftungen setzen sich für kranke Kinder ein und haben einen engen Bezug zu Schülerinnen und Schülern der Stufe. Neben allen freundlichen Spenderinnen und Spendern danken wir ganz herzlich dem REWE Sprendlingen, der das Projekt mit Sachspenden (Backzutaten und Punsch) unterstützte, der Technik AG, Frau Lichter, dem Chor und den beteiligten Musiker.

Am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien, am 19. Dezember 2025, fand in der 6. Stunde bereits zum zweiten Mal das gemeinsame Weihnachtssingen auf dem Schulhof unserer Schule statt. Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie Mitarbeitende kamen zusammen, um das Jahr musikalisch und in stimmungsvoller Atmosphäre ausklingen zu lassen. Zu Beginn meinte es der Wettergott kurz nicht ganz so gut mit uns, doch nach einem kleinen Regenschauer blieb es glücklicherweise trocken, sodass dem gemeinsamen Singen nichts mehr im Wege stand. Die musikalische Begleitung übernahm in diesem Jahr Frau Lichter, die die Lieder souverän am Keyboard spielte. Das Repertoire reichte von beliebten Klassikern wie „Jingle Bells“ und „In der Weihnachtsbäckerei“ über moderne Weihnachtshits wie „Last Christmas“ und „All I Want for Christmas Is You“, zu denen auch getanzt wurde. Auf besonderen Wunsch der Schülerinnen und Schüler wurde außerdem das Lied „Weihnachtsmann & Co. KG“ gesungen, das sich als absoluter Favorit erwies und bei dem besonders laut und begeistert mitgesungen wurde. Für das leibliche Wohl sorgten in diesem Jahr die Jahrgangsstufen 10, 12 und 13, die mit großem Engagement ein vielfältiges Angebot auf die Beine stellten. Neben selbstgemachten Crêpes, Plätzchen und Kuchen gab es heißen Kakao, Kinderpunsch und sogar Würstchen – ein Angebot, das das Weihnachtssingen zusätzlich zu einem gemütlichen Beisammensein machte. Das Weihnachtssingen 2025 war erneut eine gelungene Aktion, die Gemeinschaft, Musik und vorweihnachtliche Stimmung auf schöne Weise miteinander verband. Ein herzliches Dankeschön gilt allen Beteiligten, die zum Gelingen beigetragen haben. So konnten wir gemeinsam stimmungsvoll in die Weihnachtsferien starten.

Am Dienstag, den 16. Dezember, führte die Klassenstufe 6 in den heiligen Hallen der Bib den diesjährigen Vorlesewettbewerb durch. Bereits im Vorfeld waren in allen vier Klassen die besten Vorleser ausgewählt worden und diese traten nun in Anwesenheit Jury, bestehend aus den Deutschlehrkräften der Stufe und Frau Walther, der Leiterin der Bib an, um die beste Vorleserin oder den besten Vorleser zu ermitteln. Die Konkurrierenden lasen dabei einen kurzen Text aus ihrem Liebelingsbuch und einen unbekannten Text. Dabei handelte es sich in diesem Jahr um das Jugendbuch Momo von Michael Ende, dessen zentrales Thema Zeit (und wie wir sie nutzen) nichts an Aktualität eingebüßt hat, auch wenn das Buch schon vor 50 Jahren geschrieben wurde. Die Schülerinnen und Schüler nahmen die Herausforderung an und stellten sich dem Publikum. Sieger wurde Isaija aus der Klasse 6b. Er wird die Schule beim nächsten Wettbewerb, in dem alle Schulsieger des Landkreises gegeneinander antreten, würdig vertreten. Wir gratulieren von Herzen und wünschen ihm viel Erfolg! Ein herzliches Dankeschön geht an Frau Walther und die Deutschlehrerinnen, die diesen Wettbewerb so professionell und souverän durchgeführt haben.

Mit der Schule beginnt der Ernst des Lebens, aber richtig ernst wird es erst danach: Die Entscheidung für einen Beruf prägt den Alltag der folgenden 30 bis 40 Jahre. Um die Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen bei der Wahl eines geeigneten Berufs zu unterstützen, haben die Tutoren der achten Klassen - tatkräftig unterstützt von Herrn Mohr und der Schulsozialarbeit – in der Woche vor den Herbstferien ein abwechslungsreiches Programm gestrickt, dass die Kids bei ihrer Wahl unterstützen soll. Schülerinnen und Schüler, die die Schule nach der 9. Klasse mit dem Abschluss Berufsreife verlassen, sind davon besonders betroffen, denn sie müssen bereits im nächsten Jahr aktiv werden und einen Ausbildungsplatz finden. Zunächst wurden die Schülerinnen und Schüler selbst aktiv und probierten ganz individuell für zwei Tage in einem Betriebspraktikum Berufe aus. Die Wahl der Betriebe war dabei sehr abwechslungsreich von der Arztpraxis, übers Bestattungsinstitut, Friseur, Einzelhandel und Kindergarten war alles dabei. Zurück in der Schule stellten die Jugendlichen ihren Mitschülern die Betriebe vor und tauschten sich über die mannigfaltigen beruflichen Möglichkeiten aus. Daneben besuchte unser Berufswahlkoordinator Herr Mohr von der Arbeitsagentur die Klassen und machte mit ihnen einen ausführlichen Test, in welchen Bereichen ihre beruflichen Interessen liegen. Ein besonderes Highlight war dann der Berufeparcour, den Frau Kollas und Frau Nett von der Schulsozialarbeit gemeinsam mit den Tutoren betreuten. Drei Schulstunden lang arbeiteten die Jugendlichen mit ihren Händen und mussten Knöpfe annähen, Hemden bügeln, Tische eindecken, einen Würfel herstellen, eine Blume aus Draht herstellen und vieles mehr. Im Anschluss wurde gemeinsam überlegt, welche überraschende Kompetenzen für manche Berufe gefordert sind. So sollte jeder Mann und jede Frau, der/die Anzüge tragen muss, Hemden bügeln können. Trotz mancher Herausforderung hatten die Teilnehmenden insgesamt viel Spaß ganz abseits von Tablett und Handy. Ein weiteres Highlight war dann die Betriebsbesichtigung beim Zweiten Deutschen Fernsehen auf dem Lerchenberg, bei dem wieder viele Berufsmöglichkeiten vorgestellt wurden und wir nebenbei noch erfuhren wie kompliziert und teuer es ist Fernsehen zu machen. Wir bekamen einen Überblick über das riesige Gelände, besichtigten den Fernsehgarten, lernten den Greenscreen kennen und durften die heiligen Hallen der Fernsehstudios von Nahem besichtigen. Ein sehr informativer und abwechslungsreicher Vormittag!

Unser alljährlicher Nikolauslauf ist schon eine vorweihnachtliche Tradition und immer eine schöne Abwechslung im Schulalltag. Letzten Freitag war es nun wieder soweit. Bei bestem Laufwetter – bewölkt, kühl und ohne Regen – versammelten sie die Läufer der IGS Gerhard Ertl, der Elisabethenschule aus Sprendlingen und der Löwenschule aus Alzey. Voller Vorfreude lauschten sie den Worten von Harald Brandenburg, der den Schülerinnen und Schülern noch einmal erklärte, wo die Strecke genau verläuft: Die 4-Kilometer-Strecke bedeutet bis Zotzenheim zu laufen, für die 6 Kilometer geht es noch ein Stück weiter. Die Streckenposten passten aber auch auf, dass keiner verloren geht (Danke an den WPF-Kurs von Herrn Hönes). Viele Läufer trugen Nikolausmützen und warteten gespannt auf das Startsignal. Und dann ging es auch schon los. Eine Gruppe setzte sich schon früh ab und ein Läufer führte das Feld mit einigem Abstand an. Und so ging es zunächst eine Runde um den Sportplatz und dann ins „freie Gelände“. Einige Zuschauer trotzten den kühlen Temperaturen, um ihre Läufer anzufeuern. Verpflegt wurden sie von den Schülerinnen und Schülern der 12. Klasse, die leckere Waffeln, Donuts und Schokofrüchte anboten. Für die musikalische Untermalung war die Technik-AG zuständig, die die Veranstaltung wie gewohnt kompetent und zuverlässig beschallte. Und so sah das Publikum nach sensationellen 21,25 Minuten bereits den ersten Läufer im Ziel ankommen. Younes Kader von der Elisabethenschule beendete den Nikolauslauf nach 6 km als Erster, er hatte im Verlauf des Rennens seinen Spitzenplatz nicht hergegeben. Nur kurze Zeit später durften dann die Zuschauenden der IGS Gerhard Ertl mit ihren Mitschülern Hussam Mustafa und Felias Drumm aus der 6d jubeln, die mit einer sensationellen Zeit von 22,02 die Strecke von 4 km als Erste hinter sich brachten. Janika Kreischer aus der 9c erreichte knapp danach für die Mädchen nach 4 Kilometern als Erste das Ziel! Nun erwartete das Publikum noch die 6-km-Läuferinnen. Auch hier konnte die IGS Gerhard Ertl wieder jubeln, denn Alva Hansen und Selina Fey kehrten nach 6 Kilometern und 38:44 Minuten als erstes Damengespann auf den Sportplatz zurück. Bei der anschließenden Siegerehrung kam dann auch die Sonne einmal kurz hinter den Wolken hervor, um mit den siegreichen Läufern um die Wette zu strahlen. Für die Erstplatzierten gab es einen von unserem Förderverein gesponserten Preis, für alle Läufer hatte er zudem kostenlos (heiße) Getränke zur Verfügung gestellt. An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an die Damen und Herren unseres Fördervereins, die für uns als Schulgemeinschaft so vieles ermöglichen! (Unser Förderverein freut sich auch immer über neue Mitglieder: https://www.igs-gerhard-ertl.de/förderverein) Und so ging ein toller Vormittag des fairen sportlichen Wettbewerbs zu Ende und so mancher freut sich schon auf eine Wiederholung im nächsten Jahr! Vielen Dank an Harald Brandenburg, Mark Hönes und Thomas Börger sowie natürlich auch ihren Schülerinnen und Schülern für die großartige Organisation, danke an die Technik-AG für die sensationelle Beschallung mit toller Musik sowie an alle Teilnehmenden, ob auf dem Platz oder zur Anfeuerung – es war wieder einmal ein schönes (Sport)Fest!

Am 27. November 2025 machten sich alle 9. Klassen unserer Schule gemeinsam mit ihren Tutorinnen und Tutoren, dem FSJler sowie Herrn Hemberger auf den Weg nach Osthofen, um dort die KZ-Gedenkstätte zu besuchen. Nach der Ankunft erhielten die Schülerinnen und Schüler zunächst einen historischen Überblick: Wie konnte es überhaupt zur Machtübernahme der Nationalsozialisten kommen? Welche politischen Entwicklungen führten dazu, dass Menschen ohne rechtsstaatliche Verfahren in Konzentrationslager verschleppt wurden? Anhand von historischen Fotos, Dokumenten und Berichten wurde den Jugendlichen die Entstehungsphase des NS-Systems anschaulich erläutert. Im Anschluss folgten Führungen über das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers. Die Gruppen besichtigten unter anderem den früheren Wohnbereich, die sanitären Anlagen sowie den Außenbereich. Besonders eindrücklich waren dabei die Schilderungen der damaligen Lebensumstände: Eine einzige halbe Stunde Waschzeit für rund 300 Gefangene, völlig unzureichende Hygiene und Schlafplätze direkt auf dem kalten Boden. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt, wie sie auch am Besuchstag herrschten, wurde vielen erst bewusst, wie unmenschlich und entwürdigend der Alltag der Inhaftierten gewesen sein muss. Große Aufmerksamkeit fanden auch die vorgestellten individuellen Schicksale ehemaliger Häftlinge. Ein Beispiel war die Geschichte eines Mannes, dem zwar die Flucht gelang, der aber Jahre später in Frankreich wieder festgenommen und deportiert wurde. Nur neun Tage vor Kriegsende starb er schließlich. Solche persönlichen Lebenswege halfen den Schülerinnen und Schülern zu erkennen, dass hinter den historischen Zahlen konkrete Menschen standen – mit Familien, Hoffnungen und Zukunftsplänen, die brutal zerstört wurden. Das Konzentrationslager Osthofen gehört zu den frühen Lagern des NS-Regimes. Es bestand von 1933 bis 1934 und diente in erster Linie der Inhaftierung politischer Gegner – insbesondere Mitglieder demokratischer Parteien, Gewerkschafter, Journalisten oder Menschen, die offen gegen die nationalsozialistische Ideologie eintraten. Das Lager wurde in einer ehemaligen Papierfabrik eingerichtet und war eines der wichtigsten frühen Terrorinstrumente der neuen Diktatur in der damaligen Pfalz (heute Rheinland-Pfalz). Heute befindet sich auf dem Gelände eine landesweit bedeutsame Gedenk- und Bildungsstätte, die durch Ausstellungen, Führungen und pädagogische Programme an die Opfer erinnert und die Mechanismen der NS-Herrschaft vermittelt. Osthofen gilt als ein zentraler Lernort, um die frühen Strukturen des Terrors zu verstehen und Zusammenhänge zwischen Demokratie, Menschenrechten und gesellschaftlicher Verantwortung zu reflektieren. Die Exkursion nach Osthofen ist seit vielen Jahren fest in unserem Schulprofil verankert: Als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist es uns ein großes Anliegen, den Schülerinnen und Schülern einen direkten, authentischen Zugang zur Erinnerungskultur zu ermöglichen. Jeder Jahrgang besucht im Verlauf der Schulzeit mindestens eine Gedenkstätte – ein wichtiger Baustein unseres Bildungsauftrags in Zeiten, in denen demokratische Werte immer wieder herausgefordert werden. Im Rückblick fasst Herr Neumann, der den Jahrgang als GL-Lehrer begleitete, den Tag so zusammen: „Es war eine bedrückende, aber ungemein wichtige Erfahrung. Ich bin dankbar, dass unsere Schülerinnen und Schüler durch solche Ausflüge an die Geschehnisse im Dritten Reich erinnert werden. Nur so verhindern wir, dass diese Verbrechen in Vergessenheit geraten. Mir ist besonders wichtig, dass junge Menschen diese Geschichte nicht nur aus dem Schulbuch kennen, sondern an einer Gedenkstätte unmittelbar nachvollziehen können. Erst dann kann der Unterricht das Erlebte wirklich aufgreifen und vertiefen.“ Der Besuch hinterließ bei vielen Jugendlichen sichtbare Eindrücke, die nun im GL-Unterricht aufgegriffen und vertieft werden. Passenderweise steht dort aktuell das Thema „Nationalsozialismus“ auf dem Lehrplan, sodass die Exkursion eine wertvolle Grundlage für die weitere Auseinandersetzung bildet.

Am Freitag, den 14. November 2025, versammelten sich zahlreiche aufgeregte Schülerinnen und Schüler in der Pausenhalle der IGS Gerhard Ertl. Viele hatten beim Wettbewerb der Fachschaft Kunst mitgemacht und ihre Kunstwerke eingereicht, um den brandneuen IGS Gerhard Ertl Kunstkalender zu bestücken. Dieser wird vom Förderverein herausgebracht und ist ab sofort auf Bestellung (Überweisung von 10 Euro pro Kalender an den Förderverein, unter Angabe von Name und Klasse des Kindes oder Adresse (Verwendungszweck)) erhältlich. Insgesamt werden 12 Kunstwerke in den Kalender aufgenommen, unter denen die Fachschaft Kunst aber 3 Sieger ausgemacht hat. Die Preisträger sind ... Trommelwirbel... Kyle Badong (5c) erhält den ersten Preis für sein fantastisches Harry Potter Porträt, der zweite Platz geht an Gonca Kücük (5c) und Platz drei belegte Lia Jacob (8a). Die Fachschaft Kunst und der Förderverein gratulieren den jungen Künstlerinnen und Künstlern ganz herzlich! Wir wünschen allen viel Freude im nächsten Jahr mit dem abwechslungsreichen Wandkalender, der sich sicherlich auch als Weihnachtsgeschenk eignet.

Diese Frage stellten sich in diesem Schuljahr die Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen der IGS Gerhard Ertl an ihrem Demokratietag. Sie spielten gemeinsam mit ihren Tutoren, Teresa Wenz und Britta London das Planspiel Welt macht Hunger und stellten dabei fest: gar nicht so wenig! Ziel des Spiels ist es im Laufe von drei Spielen (eine Stein-Schere-Papier Turnier, Flussüberquerung und Turmbau) so viel Geld wir möglich zu verdienen. Mit Feuereifer stürzten sich die Jugendlichen in ihre Rollen –sie kamen aus 16 verschiedenen Ländern- und machten sich zum Wettkampf bereit. Allerdings stellte sich schnell Ernüchterung ein: Während John Smith aus den USA ständig ohne Grund mit Geld überschüttet wurde, hatten die Vertreter ärmerer Länder auch noch mit krass unfairen Bedingungen zu kämpfen, wie zum Beispiel der Regel nur bestimmte Symbole bei Stein, Schere, Papier zu wählen. Zwischendurch wurde immer wieder überlegt, was das mit den Realitäten in der Welt und tatsächlich auch unserem Reichtum zu hat. Die ungleiche Verteilung von Armut und Reichtum am eigenen Leib zu erfahren, war eine beeindruckende Erfahrung und auch der Sieger John Smith fühlte sich am Ende doch etwas unwohl in seiner Haut. Zum Ausgleich teilte er die Siegerschokolade dann doch fair mit seinen Mitschülerinnen und Mitschülern. Insgesamt zeigten sich alle Teilnehmer sehr beeindruckt und überlegten gemeinsam, was man für mehr Fairness und Gerechtigkeit auf der Welt tun kann. Den Wink mit der TransFair-Schokolade hatten alle verstanden ;-) Hitzig debattiert wurde auch in Jahrgangsstufe 11, allerdings nicht nur von den Schülerinnen und Schülern. Sie nahmen an der Landtagsdebatte am letzten Mittwoch teil, die es aufgrund ihrer heftigen Auseinandersetzung um Gewalt an rheinland-pfälzischen Schulen auch in die Nachrichten schaffte. Im sich anschließenden Gespräch mit Landtagsabgeordneten durften auch die Schülerinnen und Schüler mitdiskutieren und positionierten sich zum Stolz der sie begleitenden Lehrkräfte gegenüber einem AfD abgeordneten deutlich gegen rechts! Allen Beteiligten wurde deutlich, wie wichtig die diese Positionierung, aber auch die grundsätzliche Auseinandersetzung miteinander für unserer Demokratietag. Auch die anderen Stufen der Schule beschäftigten sich mit ganz unterschiedlichen Aspekten des Themas Demokratie und nahmen wertvolle Denkanstöße mit nachhause. Unterstützt vom Landkreis Mainz Bingen und der Demokratieförderung des Landes Rheinland-Pfalz stellten sich die Fünftklässler mit Trainern des Internationalen Bundes die Frage :”Wie wollen wir miteinander leben”, während die Sechstklässler gleich ein eigenes Dorf gründeten und eine Verwaltung aufbauten. Die Schülerinnen und Schüler der 7. Klassen wurden von Elan aus Mainz zum Thema Konsum und Nachhaltigkeit informiert, während die Neuntklässler sich in Mainz über die Verfolgung der Juden im Nationalsozialismus informierten. Diese beiden Veranstaltungen konnten dank der großzügigen Finanzierung durch den Förderverein der IGS Gerhard Ertl umgesetzt werden. Insgesamt waren sich alle am Ende einig: Unsere Demokratie ist es wert, dass wir uns für sich einsetzen. Wir danken allen Lehrkräften für ihr Engagement, den Geldgebern für die finanzielle Unterstützung und den Schülerinnen und Schülern für ihre Offenheit und Beteiligung.

Eine besondere Geschichtsstunde durften am Montag, den 10.11.2025 die Schülerinnen und Schüler der Geschichtsleistungskurse der MSS der IGS Gerhard Ertl erleben: Christine Struck, eigentlich Professorin für Kunstgeschichte in Erlangen, las aus ihrem Buch “Die Aufsteiger, Deutscher Mittelstand unter Hitler: Eine Familiengeschichte” vor. Die Autorin hat sich vor einigen Jahren auf den Weg gemacht, die Geschichte ihrer Großeltern und Urgroßeltern zu erforschen, die zur Zeit des Nationalsozialismus eine Firma in Sprendlingen hatten. In der Lesung gab sie den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in die Ergebnisse ihrer Arbeit, die im Oktober als Buch erschienen ist. Sie berichtete vom Werdegang ihres Urgroßvaters, der schon im ersten Weltkrieg mit seiner Betonwarenfabrik vom Krieg profitierte und sich als überzeugter Nationalsozialist in den 30iger Jahren auch politisch im Ort engagierte, während seine Firma am Bau des Westwalls beteiligt war. Die Firma verdiente gut an diesem Projekt und beschäftige zur Zeit des zweiten Weltkriegs Zwangsarbeiter. Nach dem Krieg war Johann Struck zwar knapp zwei Jahre interniert, wurde 1949 im Zuge des Spruchkammerverfahrens als Mitläufer eingestuft und durfte danach seine Firma wieder übernehmen. Christina Strunck berichtete von dem Verfahren und äußerte die Vermutung, dass ihr Großvater diese milde Einordnung wahrscheinlich durch Bestechung und den Kauf von wohlwollenden Zeugenaussagen erreicht hatte. Beindruckt hörten die Schülerinnen und Schüler zu und stellten danach interessiert Fragen, wie die Familie mit den Nachforschungen umgegangen ist. Auf die Frage, wie man den aktuellen bedrohlichen rechten Tendenzen in der Politik begegnen könne, war die Antwort der Autorin eindeutig: Man müssen sich dem deutlich entgegen stellen und sich für Demokratie und Menschenrechte einsetzen. Ein wichtige Erkenntnis aus ihrem Buch: alle Mitglieder der Familie Strunck hätten für ihre Mittäterschaft und ihre Beteiligung am NS System bezahlt. Keiner habe ein glückliches und selbstbestimmtes Leben geführt, auch wenn sich die äußerlichen Bedingungen nach dem Krieg schnell wieder verbesserten. Der Nationalsozialismus führte diese Menschen in den Abgrund und schreckliche Zerstörung. Vor diesem Hintergrund müssen wir heute eine Wiederholung solcher Zustände auf jeden Fall verhindern. Mit einem warmen Applaus verabschiedeten die Schülerinnen und Schüler Frau Strunck. Die Geschichtslehrer bedanken sich ganz herzlich bei Frau Strunck für diesen spannenden und lebhaften Beitrag zur Regionalgeschichte.






