Fahrt der MSS 13 zur Gedenkstätte Hinzert
von Sophia Baum
Am 23. Februar besuchte die MSS 13 die Gedenkstätte SS-Sonderlager/ KZ Hinzert. Begleitet wurden die Schülerinnen und Schüler von Frau Öppling und Frau Baum.
Unsere inhaltliche Arbeit begann im 2023 fertiggestellten Neubau der Gedenkstätte. Dort erhielten wir grundlegende Informationen zur Entstehung, Funktion und historischen Entwicklung des Lagers sowie zu seiner Bedeutung im System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.
Das Lager bestand von 1939 bis 1945. Es wurde zunächst als SS-Sonderlager im Zusammenhang mit dem Bau des Westwalls errichtet, zeitweise als polizeiliches Durchgangslager genutzt und schließlich als Konzentrationslager geführt. Rund 10.000 Menschen aus über 20 Nationen waren hier inhaftiert, darunter politische Gefangene, Juden und weitere von den Nationalsozialisten verfolgte Personengruppen. Mindestens 317 Todesfälle sind namentlich belegt, die tatsächliche Zahl der Opfer wird jedoch auf etwa 1.000 geschätzt.
Ebenfalls im Neubau arbeiteten die Schülerinnen und Schüler mit einem „Geschichtskoffer“, der den Lageralltag anhand konkreter Gegenstände erfahrbar machte. Ein Rasierer stand für den entwürdigenden „Hinzert-Haarschnitt“, Werkzeuge symbolisierten die schwere Zwangsarbeit im Wald und im Steinbruch und Lumpen verdeutlichten die unzureichende Kleidung der Häftlinge. Eine Dachpappe mit Teer verwies auf den extremen Hunger, der Gefangene dazu brachte, selbst solche Materialien zu essen. Ein Ring symbolisierte die letzte Verbindung zur Familie, die bei der Inhaftierung häufig verloren ging. Eine Hundefigur machte das erschütternde Missverhältnis zwischen der Behandlung der Wachhunde und dem Leid der Häftlinge deutlich.
Beim anschließenden Rundgang über das Außengelände sahen wir noch heute erkennbare Wege, die Stelle des ehemaligen Eingangstores, die Kapelle sowie ein Mahnmal. Besonders eindrücklich war der heutige Friedhof, der nach der Befreiung bzw. Schließung des Lagers angelegt wurde. Dort befinden sich Gräber und eine Gedenktafel mit den Namen der Opfer – ein stiller Ort des Erinnerns, der das Ausmaß der Verbrechen noch einmal besonders deutlich machte.
Anhand historischer Fotografien setzten wir uns draußen zudem mit dem Verhältnis zwischen Häftlingen, Wachpersonal und der Bevölkerung in den umliegenden Orten auseinander und analysierten unterschiedliche Perspektiven.
Zudem wurden die verschiedenen Mordaktionen im Lager thematisiert und die dort begangenen Verbrechen historisch eingeordnet. Die Auseinandersetzung mit diesen Taten war beklemmend, zugleich aber ein wichtiger Bestandteil des historischen Lernens.
Im 2005 eröffneten Dokumentationszentrum vertieften wir unsere Eindrücke. Dort beschäftigten wir uns mit originalen Kleidungsstücken von Häftlingen sowie mit einzelnen Biografien, die das Leid und die persönlichen Schicksale greifbar machten.
In der abschließenden Reflexionsrunde betonten viele Schülerinnen und Schüler, dass die Gedenkstätte ein Mahnmal sei, das nicht nur an das Geschehene erinnere, sondern auch Verantwortung für die Gegenwart bedeute. Es gehe darum, wachsam zu bleiben, demokratische Werte zu verteidigen und frühzeitig Stellung zu beziehen.
Die Fahrt hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig es ist, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen – damit Erinnerung lebendig bleibt und sich solches Unrecht niemals wiederholt.














