Internationaler Tag der Muttersprache
von Britta London
Am 21.02. ist der internationale Tag der Muttersprache, den wir auch in der IGS Gerhard Ertl zelebrieren wollen. Seit Kurzem steht in der Pausenhalle ein großer Baum, dessen Äste bunte Blätter schmücken, auf denen die Muttersprachen der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrkräfte verewigt sind. Neben dem Deutschen und deutschen Dialekten gibt es bei uns an der IGS Gerhard Ertl 34 unterschiedliche Muttersprachen!
Muttersprache ist in der Wissenschaft ein umstrittener Begriff, da er nicht allumfassend ist. Was ist etwa, wenn ein Kind (auch) die Sprache des Vaters lernt, wenn die erlernte Sprache die der Umgebung ist und nicht die Erstsprache der Eltern, ist es nicht neutraler von Erst- oder Herkunftssprache zu sprechen? Das trifft für eine wissenschaftliche Verwendung des Begriffs natürlich zu. Trotzdem möchten wir ganz unwissenschaftlich heute die Muttersprache feiern, die für Familie, Heimat, Geborgenheit und Sicherheit steht. Sprecher der 34 Sprachen sind auf dem europäischen, afrikanischen, asiatischen und amerikanischen Kontinent und natürlich an der IGS Gerhard Ertl Zuhause. Unterschiedliche Grammatiken und Schriftsysteme gehören hier ebenso dazu wie komplexe Lautsysteme. Sprache ist Zugehörigkeit und eröffnet eine Sicht auf die Welt, die in einer anderen Sprache ebenfalls unterschiedlich ist.
Hier noch ein paar Daten zu den Muttersprachen unserer Schüler, Schülerinnen und Lehrkräfte: Die drei ältesten Sprachen, die an der IGS gesprochen werden, sind Arabisch (3000 Jahre), Griechisch (3000 Jahre) sowie Farsi (2600 Jahre), die jüngsten Sprachen Igbo und Lingala sind gerade mal 200 Jahre alt, wobei diese Datierung auch recht ungenau und wenig verlässlich ist. Die meisten Sprecher weltweit hat das Englisch (1,45 Mrd), dann folgt das Spanische (485 Mio) und Hindi (370 Mio).
Und nun noch einmal zum Sprachenbaum: er zeigt, wie reich und vielfältig wir hier an unserer Schule sind. Unterschiedliche Sprachen werden oft als Problem dargestellt, tatsächlich führen sie aber oft dazu, dass Probleme aus dem Weg geräumt werden, dass Sachverhalte aus unterschiedlichsten Perspektiven und Blickwinkeln betrachtet werden können – wenn wir gemeinsam daran arbeiten. Daran soll uns der Sprachenbaum – jedenfalls bis Ende dieses Schuljahres, erinnern. Ein großesDankeschön an dieser Stelle an die großartige Frau Wenz und den noch großartigen 11er BK-Leistungskurs, der diesen Baum in vielen Stunden aufgebaut hat, vielen Dank an die tolle Frau Nedzelska, die in mühevoller Kleinstarbeit die Blätter für den Baum akkurat ausgeschnitten hat und vielen, vielen Dank an all die Schülerinnen und Schüler, die mit uns gemeinsam den Baum „beblättert“ haben. Und zum Schluss eine großes, von Herzen kommendes Dankeschön an die gesamte Schulgemeinschaft, dass sie an diesem Projekt teilgenommen und mitgemacht haben – ich mag mich wiederholen, aber: Ihr seid toll!















