Vorsicht ist besser als Nachsicht oder „Der Präventionstag 2026“
von LondonBritta
Ziel des Lehrpersonals an der IGS Gerhard Ertl ist es, die Schülerinnen und Schüler auf das Leben außerhalb des sicheren Hafens Schule möglichst umfassend vorzubereiten. Hierzu haben wir uns am 30.04.2026 externe Hilfe geholt. So konnten die Schülerinnen und Schüler aus erster Hand erfahren, worauf sie achten müssen, um sich sicher im worldwide web zu bewegen und ihre persönlichen und vertraulichen Daten und somit sich selbst vor Gefahren wie z.B. Cybermobbing zu schützen. Wie schon in vorigen Jahren wurde hier auf das Präventionsprojekt „law4school“ zurückgegriffen.
Die Polizei Mainz und der Frauennotruf aus Worms war vor Ort und sprach mit den Achtklässlern über das Phänomen Sexting und wie sie sich davor schützen können.
Experten der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz standen den Schülerinnen und Schülern der 9. Jahrgangsstufe zum Thema Online-Werbung mit Rat und Tat zur Seite. So erfuhren sie, was wirklich in den in den sozialen Medien so hochgelobten und vielbeworbenen Energydrinks und Proteinprodukten enthalten ist und wie hoch der Bedarf des Körpers an all diesen Dingen überhaupt ist. Aber auch das Thema Mental Health, das immer wichtiger wird, wurde nicht ausgespart. Die Schülerinnen und Schüler hatten die Möglichkeit Workshops zum Thema Stressmanagement zu besuchen. Hier erfuhren sie, wie sie Stress und Erschöpfung mithilfe von Sport, aber auch Musik entgegenwirken können.
Natürlich muss an einem Präventionstag vor den offensichtlichsten, wenn auch legalen Suchtmitteln wie Alkohol und Rauchen gewarnt werden. Obwohl sie ab 18 Jahren frei verkäuflich sind, können sie dennoch weitreichende und tragische Konsequenzen haben, wenn sie nicht bewusst und mit Bedacht konsumiert werden. Hierzu sahen die 10. Klassen beispielsweise das Theaterstück „Die Tüte“ des Galli Theaters zum Thema Drogen (Cannabis), in das sie auch aktiv eingebunden wurden. Obwohl auch dieses Suchtmittel mittlerweile legal ist, können auch hieraus schlimmere Süchte entstehen. In Klassenstufe 7 wurde der Klarsichtparcours durchgeführt. Auch hier wurden die Themen Alkohol- und Rauchwarenkonsum, zu dem auch das Vapen gehört, besprochen. Das Thema Cannabis wurde zudem in der Jahrgangsstufe 9 durch Sebastian Schlitz von der Caritas Bingen im Rahmen des Präventionsprojektes “Der grüne Koffer” thematisiert. Erfolgreiche Suchtprävention stärkt die Persönlichkeit und zeigt so Alternativen zum Suchtmittelkonsum auf.
In der 6. Jahrgangsstufe gab es mehrere Workshops der Diakonie Rheinhessen zum Thema Internetsucht. Es wurden potenzielle Suchtursachen wie soziale Medien, Online-Gaming oder aber Glücksspiel vorgestellt, um die Schülerinnen und Schüler darauf aufmerksam zu machen und dafür zu sensibilisieren. So sprachen die Schülerinnen und Schüler der 6. Klassen über mögliche Suchtquellen und wie groß das Suchtpotenzial sein könnte, mit anderen Akteuren dann aber auch die eigene Selbstwahrnehmung, die durch das ständige Vergleichen mit anderen gestört zu sein scheint. Eine Aufgabe war es, den Mitschülern zu sagen, worauf man an sich selbst stolz ist! Es zeigte sich leider, dass viele gar nicht wussten, worauf sie stolz sein können bzw. dass sie nicht glaubten, dass sie in irgendetwas gut wären. Daran können und werden wir gemeinsam arbeiten!
Eine mögliche Konsequenz des steten Sich-mit-anderen-Vergleichens kann eine Essstörung sein. In einem weiteren Theaterstück, dem Püppchentheater der AOK, das die Schülerinnen und Schüler nachhaltig beeindruckte, zeigten die Schauspielerinnen auf, aus welchen Gründen junge Menschen ihr Essen wieder erbrechen bzw. es sogar ganz einstellen und dass „hilfreiche Tipps“ wie „Iss doch einfach wieder richtig/mehr.“ hier nicht zielführend sind.
Zur Prävention gehört aber nicht nur das Warnen vor potenziellen Abhängigkeiten, sondern auch das Abwenden von körperlichen und geistigen Schäden. Yoga und Rückenfitness sollte unsere Elft- und Zwölftklässler resilienter gegen Stress und Volkskrankheiten wie Bandscheibenvorfälle machen und sie gesünder und gelassener durchs Leben gehen lassen.
Alles in allem war es trotz der schweren Themen ein „schöner“ Präventionstag – wenn man das so sagen kann – bei dem die Schülerinnen und Schüler viel Neues mitnehmen und lernen konnten. Wir bedanken uns an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich bei allen externen Referenten, bei der Gleichstellungsbeauftragen der VG Sprendlingen-Gensingen, Frau Seybold, dem Landesamt für Jugend und Soziales und der Kreisverwaltung Mainz-Bingen für all ihre Unterstützung sowie bei der Schulsozialarbeit, Frau Höhr und Frau Steinmetz für die erneut sensationelle und großartige Vorbereitung und Ausgestaltung eines ereignisreichen und interessanten Tages.












